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Interessantes zu Erdeborn

Erdeborn ist ein sehr altes Dorf, das auf eine über 1000-jährige Geschichte zurückblicken kann. Leider existieren heutzutage kaum noch Zeugnisse, um die Vergangenheit dieses Ortes zu dokumentieren. Als nahezu gesichert ist jedoch anzunehmen, dass die erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 880/890 stammt.

Am Ende des 9. Jahrhunderts wurde der Ort im Hersfelder Zehntverzeichnis als "Hardabrunno" erwähnt. Der Ortsname kann als Waldborn (Waldquelle) gedeutet werden.

Ausgrabungen, welche Funde aus Jungsteinzeit, der Eisenzeit und der Bronzezeit zu Tage förderten, zeugen jedoch von einer viel früheren Besiedelung.

Ein Zeitzeuge ist die heilige Kirche „St. Bartholomäus“. In ihr vereinigen sich Bausubstanzen aus verschiedenen Stilepochen. Durch zahlreiche Brände in den vorigen Jahrhunderten musste sie sehr oft wieder neu aufgebaut werden. Das Alter ist ihr wahrlich anzusehen, auch der 30jährige Krieg hat hier seine Spuren hinterlassen. Die Sage von der versunkenen Glocke von Erdeborn hat knapp 100 Jahre später hier seinen Ursprung.

Im Übrigen hat sich vor einigen Jahren ein Förderverein zur Restaurierung und Renovierung der Kirche St. Bartholomäus in Erdeborn gegründet. Die Arbeiten am Glockenturm sind bereits beendet, doch steht noch viel Arbeit bevor. Ihre Einzigartigkeit rechtfertigt dieses Vorhaben allerdings durchaus.

Doch nach den Kriegen des 19. Jahrhunderts lässt sich auch im ländlichen Mansfelder Land der Einzug der Industrie nicht mehr aufhalten. 1865 entsteht die erste Zuckerfabrik, welche sich in den folgenden Jahren als glücklicher Umstand für die Entwicklung der Region erwies.

Später kamen noch der Maschinen- und Stahlbau hinzu. Einen weiteren Auftrieb erhielt die Gegend am 15. November 1898, als die neue Bahnstation einweiht wurde. Dies bedeutete nicht nur eine Verbesserung der Landwirtschaft, sondern auch für die Einwohner wurde es zum Segen.

Glück im Unglück hatte das Dorf während der Kriegsjahre von 1939 bis 1945. Da die Siedlung weder eine strategisch günstigen Lage noch irgendetwas anderes Bedeutendes aufwies, wurde es kaum bombardiert noch sonst wie umkämpft. Lediglich vereinzelte Schusswechsel und einige verirrte Bomben, die auf dem Weg nach Halle-Leuna waren, trafen das Dorf. Doch auch das ging vorbei und das Leben kehrte wieder. Und spätestens mit der Neugründung des Männergesangsvereins Erdeborn blickte man wieder vertrauensvoll in die Zukunft.

Hatten bis dato die Menschen gepoltert, polterte nun die Erde in den Jahren 1958 -1961. Dem voraus ging die Bildung von Senken in vier verschiedenen Bereichen von Erdeborn. Verursacht wurde dies durch die Salzauslaugung des nahen Sees. Bis zu 1,7 Meter tief wurden die Senken im Friedhof (1950-1965). Aufgrund der sich bildenden Kessel, Spalten und Hohlräume durch den immensen Druck in der Erdkruste entstand ein nicht geringer Sachschaden an Gebäuden und Straßen.

Nach der Wende begann die Modernisierung des Dorfes. Straßen und Plätze, und Häuser wurden verschönert. Das neue Feuerwehr-gerätehaus, das die Ortsteile Erdeborn, Hornburg und Lüttchendorf vereint, wurde 2014 eingeweiht.

Im neu angelegten Kirchgarten finden Kenner den Wanderandorn, eine Steppenpflanze. Diese Pflanze wird ganz besonders gepflegt, da sie eine Seltenheit ist. Für Naturfreunde wurden Wanderwege angelegt, die sich bis nach Bornstedt zur "Schweinsburg" erstrecken.

 

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